Turkmenistan – Wüsten, Berge und versunkene Kulturen (09.09.2002)

Turkmenistan wollten wir ursprünglich, wie bei anderen Fernreisenden in Zentralasien üblich, nur im Transit durchqueren. Es gibt in der Literatur kaum Informationen über dieses Land, so dass wir dort auch keine besonderen Sehenswürdigkeiten vermutet haben. Zum Glück trafen wir vor unserer Abreise in Berlin David Berghof, der seit vielen Jahren in Turkmenistan lebt und mit seiner kleinen Reiseagentur Stantours ein erstklassiger Ansprechpartner ist. Schnell hat uns David mit seinen Schilderungen über Land und Leute den „Mund wässrig„ gemacht und wir beschlossen, die komplizierten Einreiseprozeduren in Angriff zu nehmen, um dieses geheimnisvolle und in der Reiseszene weitestgehend unbekannte Land zu erkunden. Zuerst beschaffte uns David einen Supportletter mit einer Beglaubigung vom Tourismusministerium für die Visa. Alle besonderen Reisegebiete waren hier aufzulisten und später in unsere Visa zu übertragen. Außerdem ist in Turkmenistan für die von uns gewählten Zielgebiete ein Guide obligatorisch und auch sinnvoll.

Einreise mit Hürden

Am 19.August ist es dann soweit. Ausgestattet mit allen notwendigen Papieren fahren wir von Buchara zur turkmenischen Grenze bei Farab. Die usbekische Ausreise ist schnell erledigt. Die Grenzer fragen uns, wie schon mehrmals erlebt, nach einer kleinen Gehaltsaufbesserung oder erheitern uns mit ihren wenigen deutschen Vokabeln wie zum Beispiel „Eins, zwei, drei, vier, guten Tag und Hände hoch„. Wir sehen dieses Prozedere inzwischen aus einer sportlichen Sicht und unter dem Motto: Nur nicht erschrecken lassen. Auf der turkmenischen Seite gibt es erst einmal eine Zwangspause. Die Grenze ist wegen der üblichen und etwas länger dauernden Mittagspause geschlossen und wir genießen bei 45 Grad die Klimaanlage unseres Autos am geschlossenen Grenztor mitten in der Wüste. Als wir dann endlich durchkommen, ist inzwischen auch unser Guide Oleg zur Stelle, um uns bei den Einreiseformalitäten zu unterstützen. Er hat noch einen weiteren Stapel Papiere dabei, die uns den Weg durch die Bürokratie ebnen sollen. In Turkmenistan gilt der Slogan „no paper no journey„. Als wirklich schwierig erweisen sich die Verhandlungen für unsere Straßenbenutzungsgenehmigung. Nach langem hin und her eröffnet uns der zuständige Beamte eine Gebühr von 575 US Dollar, worin auch eine Zwangsversicherung für das Auto enthalten ist, die wir eigentlich nicht brauchen. Unsere weltweit gültige Versicherungsbestätigung hilft uns leider nicht weiter. Der Hauptknackpunkt ist die Gültigkeitsdauer der Genehmigung von maximal 15 Tagen, was für unseren Reiseplan von 22 Tagen zu kurz ist. Wir vertagen das Problem und lassen uns zunächst eine Genehmigung für die Fahrt nach Ashgabat ausstellen, wo wir das Thema im Hauptquartier der Transportpolizei verhandeln wollen. Soviel vorweg - insgesamt brauchen wir für die verschiedenen Streckenabschnitte in Turkmenistan vier Genehmigungen und „nur„ 372 US Dollar Straßenbenutzungsgebühr für die gesamte Zeit. Wir fühlen uns wie zu den besten Zeiten der Seidenstraße, als die Karawanenführer auch ständig mit sehr hohen Wegezöllen konfrontiert wurden. Unsere Stimmung wird allerdings beim ersten Tankstopp deutlich besser, als wir für 70 Liter Diesel den eher symbolischen Preis von umgerechnet einem (!) Dollar zahlen. Bei einer Gesamtfahrstrecke von 3500 Kilometern im Land relativieren sich die hohen Weggebühren dann wieder.

Versunkenes Merv und geheimnisvolles Gonur

Als erstes touristisches Highlight besuchen wir in der Nähe von Mary die sehr beeindruckenden Überreste von Merv. Bis zu seiner Zerstörung durch die Mongolen im Jahr 1221 war Merv ein bedeutendes Kultur- und Handelszentrum am Weg der Seidenstraße und neben Bagdad die größte Stadt der islamischen Welt. Bemerkenswert ist hier, dass unmittelbar nebeneinander auf einem Ruinenfeld von insgesamt 120 Quadratkilometern (!) alle Epochen der Stadtentwicklung von der Antike bis zum Mittelalter besichtigt werden können, da der Wiederaufbau jeweils neben den zerstörten Überesten stattfand. Der Eisspeicher aus dem 12. Jahrhundert hat es uns besonders angetan. Hier konnte man mitten in der Wüste das Eis der kalten Winter bis zu zwei Jahre lagern – „Camelmilk on the rocks„ und alles ohne Strom.


Antikes Kühlhaus

Richtig interessant wird es, nachdem wir die üblichen Touristenpfade verlassen und 60 Kilometer durch die Karakum Wüste offroad zu den Ausgrabungsstätten von Gonur fahren. In diesem Sperrgebiet besichtigen wir die Grundmauern von Siedlungen, Gräbern und einem Palast aus der Bronzezeit. Dort finden wir auch 3000 Jahre alte „Hightech Überreste„ einer antiken Klimaanlage, einer Kanalisation und eines Keramikbrennofens, die von einer versunkenen Hochkultur zeugen. Im Sand liegen über tausend Scherben von alten Keramikvasen und andere antike Gegenstände. Schwierig, einen Platz für unser Camp zu finden, der scherbenfrei ist. Bei dem aufkommenden Wind nutzt Ute eine große Tonscherbe als Schutz für den Benzinkocher. Wer hat schon eine 3000 Jahre alte Einbauküche?


Fahrt in die Bronzezeit

Gonur Palast

3000 Jahre alte Einbauküche

Überall antike Scherben

Turkmenbashi überall

Zunächst führt uns der Weg nach Ashgabat, der Hauptstadt Turkmenistans, wo wir unsere Freundin Sabine treffen, die uns für 14 Tage begleiten wird. Ihre Ankunft ist für uns wie Weihnachten, weil sie viele dringend benötigte Sachen und vermisste Leckereien aus der Heimat mitbringt.

Ashgabat macht auf uns einen sehr modernen, aufgeräumten Eindruck. Auffällig sind die Parkanlagen mit ihren überdimensionalen Wasserspielen, die im krassen Gegensatz zur angrenzenden Wüste stehen. Der Staatspräsident Turkmenbashi scheint eine besondere Person des politischen Zeitgeschehens zu sein, die mit unzähligen Abbildungen des eigenen Konterfeis die Turkmenen erfreuen möchte. Auf allen Straßen und Plätzen kann man mühelos von einem Standplatz wenigstens 10 Großplakate mit seinem Abbild entdecken. Von besonderer Schönheit sind auch die goldenen, übergroßen Statuen des Präsidenten. Kürzlich hat sich der Vater aller Turkmenen getreu dem Motto „der Staat bin ich„ auf Lebenszeit ernennen lassen. Die Monate und Tage wurden auch gleich nach seinen Vorstellungen umbenannt. Natürlich trägt der erste Monat des Jahres jetzt den Namen des Staatspräsidenten.


Turkmenbashi auf der Säule

Turkmenbashi in Gold

Turkmenbashi Poster überall

Zum Glück finden wir auf dem Tolkuchka-Basar vor den Toren der Stadt den wirklichen Flair Zentralasiens mit allen nur erdenklichen Handelsgütern.


Basar in Ashgabat

Basar in Ashgabat

Baden mit den Fledermäusen

90 Kilometer nördlich von Ashgabat schlagen wir unser Camp in Kow Ata auf und steigen am nächsten morgen durch einen Felsspalt 80 Meter tief in den Berg hinab, wo wir eine riesige Höhle mit einem See vorfinden, der von einer warmen Quelle gespeist wird. Es ist sehr dunkel und so beschließen wir, mit unseren Stirnlampen zu schwimmen. Die Fledermäuse dicht über den Köpfen sind unsere ständigen Begleiter.


Baden mit Stirnlampe

Durch die Canyons von Gözli Ata zum Kaspischen Meer

Von Kow Ata führt uns der Weg in eine einzigartig Canyonlandschaft bei Gözli Ata. Bevor wir uns aber von der Hauptstraße auf die Piste wagen, bleibt unser Begleitfahrzeug, ein russischer Geländewagen vom Typ UAZ mit einem Kurbelwellenschaden liegen. Die Konsequenz ist, dass wir in der nächsten Ortschaft den UAZ in einer Werkstatt zurücklassen und unser Guide Oleg mit seinem umfangreichen Gepäck zu uns umsteigen muss. Offroad auf einem provisorischen Notsitz ist eine echte Herausforderung für seine Wirbelsäule. Wir erreichen Gözli Ata nach einer landschaftlich beeindruckenden Pistenfahrt und werden an diesem heiligen Platz vom dortigen Mullah sehr herzlich empfangen. Er versorgt uns mit Feuerholz, Kissen und einem Filzteppich für unser Camp.


Richtung Gözli Ata

Feuerholz vom Mullah

Auf dem Teppich

Am nächsten Tag fahren wir durch eine traumhafte Canyonlandschaft Richtung Turkmenbashi am Kaspischen Meer, wo wir direkt am Strand unser Camp aufschlagen.


Traumlandschaft

Traumlandschaft

Traumlandschaft

Camp am Kaspischen Meer

Durch die Salzwüste zum versunkenen Dechistan

Südlich von Turkmenbashi fahren wir ca. 30 Kilometer über die Salzpfannen in der Wüste nach Dechistan, einer unter dem Wüstensand begrabenen mittelalterlich Stadt. Nur das Minarett der Moschee weist uns aus der Ferne die Richtung. An der alten Stadtmauer schlagen wir unser Camp auf und starten unsere Exkursion in die Vergangenheit. Ähnlich wie in Gonur stolpert man auch hier auf Schritt und Tritt über alte Scherben. Wir fühlen uns wie echte Archäologen.


Durch die Wüste bei Dechistan

Versunkenes Dechistan

Camp an der versunkenen Stadt

Durch die Berge bei Kara Kala

Bevor wir uns in die Berge bei Kara Kala begeben, treffen wir uns an der iranischen Grenze mit zwei deutschen Motorradfahrern, die sich unserer Tour anschließen wollen. Nun wird es ohne den UAZ richtig eng. Wir laden Ersatzteile und Gepäck der Beiden bei uns ein, so dass unser Auto wie ein umgekippter Zigeunerwagen aussieht. Mit der Dieselversorgung in dieser Ecke des Landes sieht es sehr schlecht aus. Alle Tankstellen sind trocken. Not macht erfinderisch und wir steuern direkt ein Ölfeld in der Wüste an, um den dortigen Dieselgenerator anzuzapfen.


Tanken am Bohrturm

Die Bergstrecke an der iranischen Grenze ist landschaftlich sehr schön und fahrtechnisch ausgesprochen anspruchsvoll. Sabine, die Offroad fahren noch nicht gewöhnt ist, möchte an mach heiklen Stellen das Auto verlassen. Aus einer Strecke von 20 Kilometern Luftlinie wird tatsächlich eine Tagesetappe von 80 Kilometern, die weitestgehend mit den unteren Geländegängen zu fahren ist. Mit der einbrechenden Nacht schlagen wir unser Camp bei Wind und Gewitter an einem unzugänglichen Gebirgskamm auf.


Kara Kala

Nach dieser Tour kommen wir in der Ortschaft Nokhur bei einer sehr freundlichen Familie unter, die sogleich zur Freude unserer Ankunft ein Schaf schlachtet. Ute und Sabine nutzen hier die Gelegenheit, um unsere Computerarbeit zu erledigen.


Hausschlachtung

Essensvorbereitung bei der Familie

Nokhur Hauptstrasse

Online auf dem Teppich

Wüste in Flammen

Über eine sehr schlechte Asphaltstraße fahren wir nach einer kurzen „Reinigungspause„ in Ashgabat durch die Karakum Wüste in Richtung Norden zur usbekischen Grenze. Diesmal begleitet uns David persönlich mit dem inzwischen reparierten UAZ, so dass wir mit wesentlich weniger Gepäck starten. Auf halben Weg übernachten wir in der Ortschaft Davazar, um in der Wüste ein besonderes Naturschauspiel zu erleben. Bei Dunkelheit brechen wir auf, um auf einer versandeten Piste durch die Wüste dem Feuerschein am Horizont zu folgen. Nach ca. 30 Kilometern stehen wir dann vor einem riesigen Krater, der vor vielen Jahrzehnten durch eine Erdgasexplosion entstanden ist. Die Flammen im Krater wirken auf uns wie eine überdimensionierte Feuerzangenbowle, in die man beim Abbrennen zu viel Rum geschüttet hat - ein echtes Fegefeuergefühl unter glasklarem Sternenhimmel.


Wüste in Flammen

In Kohne Urgentsch, dem nördlichsten Punkt unserer Turkmenistan-Tour besichtigen wir die dortigen historischen Sehenswürdigkeiten.


Mausoleum von Sultan Tekesch

Grabmoschee

Wir kommen bei einer sehr netten und gastfreundlichen koreanisch stämmigen Familie unter, die ihre Anwesenheit in Zentralasien Stalin „zu verdanken„ hat. Hier verabschieden wir uns auch von den Motorradfahrern Fredy und Matthias, die ihre Reise in Richtung Usbekistan fortsetzen.

400 Kilometer durch die Karakum Wüste

Für den Rückweg nach Ashgabat hat sich David eine besondere Strecke ausgedacht. Wir wollen uns erstmals an die direkte Offroad Durchquerung der Karakum Wüste wagen. Schon der Einstiegspunkt ist trotz russischer Generalstabskarten und GPS nicht ganz einfach zu finden. Wir sind gerade 20 Kilometer in der Wüste, als der Kühler von Davids UAZ undicht wird. Zwei Liter Kühlwasserverlust pro Stunde ist für eine Wüstendurchquerung eindeutig zu viel. Wir schlagen unser Camp auf, während David in die Zivilisation zurückkehrt, um den Kühler löten zu lassen. Am nächsten Tag geht es dann richtig los.


Karakum Wüste

Motorpflege

Wir folgen einigen Spuren, die in die richtige Richtung deuten, bis wir vor einem schier unüberwindlichen Hindernis stehen. Hier wird zur Beflutung des neu geplanten Turkmenbashi Sees (See des goldenen Jahrhunderts) mitten durch die Wüste ein Kanal zur Ableitung landwirtschaftlicher Abwässer gebaut. Eines ist sicher, der bereits über mehrer hundert Kilometer ausgebaggerte Kanal ist nicht zu umfahren. Wir suchen uns an der Baustelle einen Bagger, der uns über die sandige Böschung nach oben zieht.


Manchmal braucht man Hilfe

Manchmal braucht man Hilfe

Weiter geht es 100 Kilometer völlig abseits jeglicher Pisten und Wege durch die Wüste zu einem kleinen Ort, der zwar auf der Karte verzeichnet ist, aber inzwischen wegen der Wasserknappheit verlassen wurde. Unser UAZ wird auf dieser Strecke leider zum ersten rollenden Swimmingpool in der Wüste, da - von uns unbemerkt- der Hahn der Trinkwassertonne abbricht und das kostbare Nass die Umgebung bewässert. Wir haben zwar noch einen Wasserkanister mit 20 Litern dabei, was für fünf Personen sehr knapp bemessen ist. Waschen fällt erst einmal für die nächste Zeit aus und den Kühler des UAZ schließen wir fortan in unser Nachtgebet ein. Die weitere Strecke erinnert uns sehr an die Sahara mit ihren gleichen sportlichen Herausforderungen. Die Disziplin heißt mal wieder „Graben und Sandbleche legen„.


100 Kilometer Dünen

Festgefahren

Festgefahren

Mitten in der Wüste treffen wir in Adzhkui auf eine kleine Siedlung mit einem Brunnen. Unser Wasserproblem ist damit zum Glück gelöst. Wir werden sehr freundlich im traditionellen Lehmhaus aufgenommen und bewirtet. Zum Abschied schenkt man uns einen Wüstenhasen, der am Abend von David sehr lecker zubereitet wird.


Adzhkui

Kochen im Camp

Nach weiteren erlebnisreichen 200 Wüstenkilometern zeigen uns die ersten Kamelherden an, dass wir uns in der Nähe von Ortschaften befinden. Auch hier werden wir fürstlich bewirtet. Es gibt leckere Wüstenspezialitäten, Kamelmilch und natürlich für die Nichtautofahrer auch Wodka.


Kamele

Schweren Herzens verlassen wir die Wüste in Richtung Ashgabat, wo wir nach einer Tagesetappe von 13 Stunden bei Dunkelheit ankommen. Die grandiose Natur und Freundlichkeit der Menschen in der Karakum Wüste haben uns sehr beeindruckt.


Wüstenlandschaft

Unsere Turkmenistan-Tour runden wir noch mit dem Besuch einer Steinzeitsiedlung nördlich von Ashgabat ab, bevor wir das Kopet Dag Gebirge in Richtung Iran überqueren, wo uns mit dem vorderen Orient ein neuer Kulturkreis entlang der Seidenstrasse erwartet.

 

Zentralasien im Wandel (12.09.2002)

Zentralasien – dazu gehören Kirgisistan, Tadschikistan, Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan. Wir haben in zwei Monaten drei dieser Länder vom Pamirgebirge im Osten bis ans kaspische Meer im Westen bereist und dabei fast 8000 Kilometer Straße, Offroad und Piste durch Wüsten, Steppen, Oasen und Berge zurückgelegt. Der „sowjetische Orient„ war über viele Jahrzehnte westlichen Touristen kaum zugänglich und auch heute, elf Jahre nach der Unabhängigkeit der einzelnen Republiken vom sowjetischen Mutterland, ist das Reisen für Individualtouristen nicht immer ganz einfach. Es war für uns sehr bemerkenswert, welche unterschiedlichen Entwicklungen drei der ehemaligen Sowjetrepubliken einschlagen. So erleben wir Kirgisistan als ein sehr liberales, offenes und unbeschwertes Land, das es uns Touristen sehr einfach gemacht hat. Die Berge und die grünen Bergwiesen mit ihren Jurten und Pferden haben uns ebenso in ihren Bann gezogen, wie die offenen und sehr liebenswerten Menschen, die sich im Herzen ihre Nomadentraditionen bewahrt haben.


Halbnomaden

In Usbekistan, wo wir auf den typischen (sehr „cleanen„) Touristenpfaden bleiben, erleben wir die einzigartigen Städte Samarkand, Buchara und Chiwa an der ehemaligen Seidenstraße und fühlen uns wie in Tausendundeiner Nacht. Das Land vollzieht zur Zeit einen schwierigen Spagat zwischen Postkommunismus und islamischer Tradition. Alles wird geregelt, kontrolliert - neue Entwicklungen werden sehr vorsichtig und in homöopathischen Dosen erlaubt. Alles hat im öffentlichen Leben neue Namen bekommen, wirkt aber auf uns, wie zu besten Sowjetzeiten. Verlässt man die Hauptstadt Taschkent, findet man sehr schnell die alten Traditionen wieder, die allerorts aufblühen und gepflegt werden. Trotz zunehmender Industrialisierung sehen wir überall den alten usbekischen Lebensstil -, auf Eselskarren werden die Waren zum Markt gebracht oder man genießt den Tag beschaulich Tee schlürfend im Schatten.


Wüstenkinder

Turkmenistan hat auf uns den strengsten Eindruck gemacht. Herr Turkmenbashi hat für sein Volk beschlossen, eine neutrale und vollständig auf ihn persönlich bezogene Politik umzusetzen. Ständige Kontrollen und sehr hohe Gebühren für Visa und Reiseroute haben bei uns das Gefühl hinterlassen, das Touristen von offizieller Seite eigentlich gar nicht willkommen sind. Das hat uns jedoch nicht abgehalten, die grandiose Landschaft, die bis zu 7000 Jahre alten Kulturstätten und die freundlichen Menschen kennen zu lernen. Die Reise durch Zentralasien hat bei uns sehr interessante und neue Eindrücke hinterlassen. Wir hatten nicht mit so vielen verschiedenen Kulturen, Traditionen und politischen Systemen in den einzelnen Ländern gerechnet. Doch der Weg zu einem selbstständigen Staat ist dabei nicht immer einfach und verlangt ein Umdenken der Menschen, was Zeit und Geduld braucht. Wir sagen auf Wiedersehen: „hayr Usbekistan„ , „jakshy kalyngydzar Kirgisistan„ und „sagh bol Turkmenistan„ und wünschen den Menschen Zentralasiens für die Zukunft alles Gute.

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